Text aus dem Katalog BACK.GROUND Künstlerkinder

Laura Weinand tischt auf: köstliche Törtchen, saftige Kuchen, Schicht um Schicht aufgetürmt aus Früchten und Cremes, Sahne und Schokolade-feinstes Backwerk wird vor unseren Augen ausgebreitet. Die Künstlerin folgt ihren kreativen Impulsen, gleich ob auf Papier, Leinwand oder auf dem Backblech, und lockt gleichermaßen mit kulinarischer wie künstlerische Raffinesse. Kuchen und Süßspeisen gelten bis heute als Sinnbilder des Wohlstands und des Überflusses. Sie bedient sich dieser Konnotation und setzt zugleich neue Akzente, ins Monumentale überhöht sprengen ihre Köstlichkeiten die vom Bildformat gesetzten Grenzen. Sie bemächtigen sich der Wandfläche, verwandeln sie in eine üppig gedeckte Tafel oder suggerieren den Blick durch ein weit geöffnetes Fenster auf eine ebensolche außerhalb des Raumes. Solchermaßen angeregt fühlt sich der Betrachter ins Schlaraffenland versetzt. Aber noch während er in visuellen Genüssen und versprochenen Gaumenfreuden schwelgt, offenbaren sich ihm Brüche in der scheinbar so heilen, köstlichen Welt: Hier hat jemand hineingebissen, dort wurde ein Stück herausgeschnitten, und irgendwo sitzt eine fette Fliege. Alles ist vergänglich, darauf verweist Laura Weinand einfühlsam und unaufgeregt und entwickelt dabei eine eigenständige, zeitgemäße Form des Früchte- und Küchenstilllebens. […]

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